4. Stück

Theater am Kurfürstendamm

Der Mentor

Montag, 29.01.2018, 20 Uhr
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Komödie von Daniel Kehlmann
mit Volker Lechtenbrink, Andreas Christ, Anja Boche und Oliver Dupont


Bild "1407919730_130918dermentor2382klein, c Oliver Fantitsch, 29.01.18.jpg"Benjamin Rubin, 65 Jahre alt, ist durch sein frühes Theaterstück „Der lange Weg“ zum Literaturstar geworden. Seit vierzig Jahren hat er nichts Vergleichbares zustande gebracht. Martin Wegner, aufstrebender Jungdramatiker, ist die „hoffnungsvolle Stimme einer Generation“, wie ihm ein Online-Magazin bescheinigt. Durch das Mentor-Projekt einer Kulturstiftung treffen die beiden ungleichen Schriftsteller nun aufeinander: Rubin soll Wegners neues Stück „Namenlos“ betreuen. Eingelassen haben sich die beiden auf das einwöchige Experiment eigentlich nur des Geldes wegen. So sitzen nun die zwei zusammen in einer abgeschiedenen Villa auf dem Land, umgeben von einem Tümpel voller Frösche, Martin Wegners attraktiver Frau Gina und dem fürsorglichen Herrn Wangenroth von der Kulturstiftung, der eigentlich selbst lieber Künstler wäre ...
Schon bald eskaliert der literarische Gedankenaustausch zum Hahnenkampf zweier Egomanen, die einander nichts schuldig bleiben.
Bestsellerautor Daniel Kehlmann wirft in seinem Stück „Der Mentor“ einen tiefen Blick in die Seelen zweier Besessener, zündet „Blitze aus Pointengewittern“ (FAZ) und führt nebenbei ganz spielerisch den Kulturbetrieb und seine Eigentümlichkeiten vor.

Volker Lechtenbrink Benjamin Rubin
... wurde 1944 in Cranz/Ostpreußen geboren. Bereits als Achtjähriger sprach er im NDRKinderfunk. Zwei Jahre später stand er in einem Weihnachtsmärchen des Deutschen Schauspielhauses auf der Bühne. 1959 wurde er in der Rolle des Klaus Hager in Bernhard Wickis Anti-kriegsfilm „Die Brücke“ bundesweit bekannt. Vier Jahre später gab Volker Lechtenbrink an der Landesbühne Hannover in Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ sein „richtiges“ Theaterdebüt. 1967 wurde er Ensemblemitglied. Es folgten Engagements an den Bühnen der Stadt Köln und am Bayerischen Staatsschauspiel München. Von 1969 bis 1983 war er am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg verpflichtet, wo er auch Regie führte. Seither gastierte Volker Lechtenbrink neben München, Düsseldorf, Berlin und Hamburg auch in vielen anderen Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. 1976 stellte Lechtenbrink seine viel beachtete erste Langspielplatte „Der Macher“ vor. Es folgten zahlreiche weitere Platten und Konzerttourneen. Für das Fernsehen ist Volker Lechtenbrink seit 1962 tätig und stand u.a. für Hauptrollen in „Dämonen“, „Der eiserne Gustav“, „Zwei Mann um einen Herd“ oder die Titelrolle in „Absender: Johannes Brahms“ vor der Kamera. Doch auch die Arbeit hinter der Kamera interessierte ihn. So
führte er Regie bei „Der Hausgeist“, „Tücken des Alltags“, „Der lange Weg des Lukas B“, „Glückliche Reise“, „Ein unvergessliches Wochenende (Provence)“ und „M.E.T.R.O.“. 2011 übernahm er die Rolle des Waldemar Wichteltod in dem Kinofilm „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ (Regie: Oliver Dieckmann). Volker Lechtenbrink war außerdem in zahlreichen Fernsehserien und -reihen zu Gast, darunter: „Der Kommissar“, „Sonderdezernat K1“, „Derrick“, „Die Männer vom K3“, „Großstadtrevier“, „Ein Fall für Zwei“, „Siska“, „Die Drei“, „Der Clown“, „Im Namen des Gesetzes“, „Tatort“, „Rosamunde Pilcher“, „Dr. Stefan Frank“, „Inga Lindström“, „Küstenwache“, „SOKO Leipzig“, „Rosa Roth“ und „Der Kriminalist“.
Von 1995 bis 1997 war er Intendant der Bad Hersfelder Festspiele. 2012 stand er dort als König Lear auf der Bühne und inszenierte 2013 „Die drei Musketiere“. Von 2003 bis 2006 war Volker Lechtenbrink Intendant des Hamburger Ernst Deutsch Theaters, dort spielt er noch immer regelmäßig und führt Regie. Volker Lechtenbrink ist außerdem ein gefragter Synchronsprecher (Kris Kristofferson/Burt Reynolds) und ist häufig im Rundfunk zu hören. 2007 erhielt er den Deutschen Hörbuchpreis (bester Interpret) für „Die Brücke“, 2008 wurde das Hörbuch „Das Feuerschiff “ mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Für seine Verkörperung von Richard Nixon in „Frost/Nixon“ an den Hamburger Kammerspielen wurde Volker Lechtenbrink 2010 mit dem Rolf Mares Theaterpreis ausgezeichnet. Zurzeit steht er in Hamburg mit den Erfolgsproduktionen „Leben, so wie ich es mag“ am Ernst Deutsch Theater und „Der Vater“ am St. Pauli Theater auf der Bühne. Lechtenbrinks Erinnerungen „Gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf “ erschienen 2010 bei Hoffmann & Campe.

Andreas Christ Martin Wegner
... sammelte erste Schauspielerfahrungen in den Kinofilmen „Mädchen, Mädchen“ von Dennis Gansel sowie „REC“ von Marco Kreuzpaintner. Zudem war er als einer der Hauptdarsteller des Fernsehfilms „Hand in Hand“ an der Seite von Sophie Rois und Martin Wuttke zu sehen. Auf seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin folgten Engagements am Berliner Ensemble, wo er unter der Regie von Claus Peymann, Thomas Langhoff und Manfred Karge spielte, Gastengagements am Staatsschauspiel Dresden und am Maxim Gorki Theater Berlin. Am Deutschen Theater Berlin spielte er in Jette Steckels Inszenierung „Caligula“, am Residenztheater München unter der Regie von Jan Philippe Gloger in „Viel Lärm um nichts“. 2012 zeigte er an der Oper Kiel in „The Black Rider“ als Wilhelm auch sein gesangliches Talent. Am Altonaer Theater war er u. a. in „Clockwork Orange“ und „Zusammen ist man weniger allein“ zu erleben. 2013 übernahm er bei den Festspielen in Bad Hersfeld die Rolle des Felton in Dumas „Die drei Musketiere“ unter der Regie von Volker Lechtenbrink. Auch für Kino- und TV-Produktionen steht Andreas Christ regelmäßig vor der Kamera, so zum Beispiel für „SOKO 5113“, „Küstenwache“ oder in „Staub auf unseren Herzen“, dem letzten Kinofilm mit Susanne Lothar, bei dem Hanna Doose Regie führte. 2015 arbeitete er zum ersten Mal unter der Regie von Friedemann Fromm für den TV-Film „Lautloser Schrei“, 2016 drehte er mit Anna Loos eine Folge der ZDF-Serie „Helen Dorn“.

Anja Boche Gina Wegner
Die gebürtige Schwerinerin studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und spielte noch während ihrer Ausbildung an der Seite von Ulrich Tukur die Lucy in der „Dreigroschenoper“ (Brecht/Weill) amHamburger St. Pauli Theater. Es folgten Hauptrollen am Schauspiel Frankfurt und Essen, z.B. Hedvig in Ibsens „Die Wildente“, Kriemhild („Die Nibelungen“ von Hebbel) und die Braut in Lorcas „Bluthochzeit“. Zuletzt spielte sie am Schlosspark Theater, Berlin an der Seite von Dieter Hallervorden die Tochter Lucille in Molières „Der Bürger als Edelmann“. Zeitgleich zu ihren Theaterengagements dreht sie auch immer wieder für das Fernsehen. Einem breiteren Publikum wurde sie 2008 durch die weibliche Hauptrolle in der ZDF-Serie „Wege zum Glück“ bekannt. Es folgten Hauptrollen in den ZDF-Filmen „Wiedersehen in Rose Abbey“ und „Weihnachten im Morgenland“, außerdem Episodenrollen u.a. in „Ein starkes Team“, „Deutschland 83“ und „Mord mit Aussicht“.

Oliver Dupont Erwin Wangenroth
... war an der Berliner Komödie am Kurfürstendamm neben den „39 Stufen“ in den Stücken „Boeing, Boeing“, „Achtung Deutsch!“ und 2014 in Daniel Kehlmanns „Der Mentor“ zu sehen. Mit „Weihnachten auf dem Balkon“ ist er im Winter 2016 am Hamburger Winterhuder Fährhaus zu Gast und im Herbst 2017 auf Tournee. Zuletzt sah man ihn in Hamburg am Ernst Deutsch Theater an der Seite von Dieter Hallervorden in „Der Bürger als Edelmann“. Seit 2013 spielt er – von Presse und Publikum gefeiert – das Solo-Stück „Der Weg zum Glück“ von Ingrid Lausund, mit dem er 2014 auch in Berlin gastierte und 2015 seine Hamburg-Premiere feierte. Weitere Engagements führten Oliver Dupont u.a. nach Düsseldorf, Wuppertal, Bonn, Bremen, Lübeck und Dresden. Außerdem spielte er diverse TV- und Kinorollen, u.a. in der Kinderserie „Löwenzahn“, in der ZDF-Krimi-Reihe „Wilsberg“ sowie im Kinofilm „Mann tut was Mann kann“ unter der Regie von Marc Rothemund.

Folke Braband Regie
... wurde in Berlin geboren und studierte dort Theater- und Literaturwissenschaften. Von 1991 bis 1995 leitete er das Studiotheater magazin im Theater am Kurfürstendamm und war daraufhin als künstlerischer Leiter an der Komödie am Kurfürstendamm tätig. Von 1996 bis 2005 inszenierte er regelmäßig an der Tribüne, die letzten Jahre davon als deren künstlerischer Leiter. Knapp 100 Inszenierungen, u.a. in Berlin, Wien, Hamburg oder München, weisen Braband als Grenzgänger zwischen Komödie, Gegenwartsdramatik und moderner Klassik aus. Neben der Regie ist Braband auch als Autor und Übersetzer (u.a. Molière, Feydeau, Coward) tätig. Seine Version der preisgekrönten Männerstrip-Komödie „Ladies Night“ gehört seit 2001 zu den meistgespielten Werken im deutschsprachigen Raum. 2015 inszenierte Braband an der Komödie am Kurfürstendamm „Zwei wie wir“ mit Stefan Jürgens und Valerie Niehaus, sowie die Uraufführung seiner eigenen Komödie „Mittendrin“ mit u.a. Manon Straché und Andreas Schmidt, außerdem „Das weiße Rössl“ im Theater Ingolstadt, „Aufstieg und Fall von Little Voice“ und „Der nackte Wahnsinn“ an den Wiener Kammerspielen sowie „Auf Messers Schneide“ von Jordi Galceran am Schlosspark Theater, Berlin. Für „Eine Sommernacht“ von David Greig, mit Tanja Wedhorn und Oliver Mommsen, erhielt er 2013 bei den 2. Hamburger Privattheatertagen in der Kategorie Komödie den Monica Bleibtreu Preis. Nach „Fettes Schwein“ (2012) inszenierte Braband 2016 mit „Lieber schön“ am Kurfürstendamm erneut ein Stück von Neil LaBute, das im Frühjahr 2018 auch auf Tournee zu sehen sein wird.

Daniel Kehlmann Autor
.. , 1975 in München geboren, lebt in Berlin. Sein Werk wurde u.a. mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem WELT-Literaturpreis, dem Per-Olov-Enquist-Preis, dem Kleist-Preis und dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet. Der Roman „Die Vermessung der Welt“, in bisher 46 Sprachen übersetzt und von Detlev Buck verfilmt, wurde zu einem der erfolgreichsten deutschen Romane der Nachkriegszeit. Daniel Kehlmann ist Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur sowie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Zuletzt veröffentlichte er den Roman „F“ und seine Frankfurter Poetikvorlesungen „Kommt, Geister“. Weitere Veröffentlichungen sind: „Beerholms Vorstellung“ (Roman, 1997), „Unter der Sonne“ (Erzählungen, 1998), „Mahlers Zeit“ (Roman, 1999), „Der fernste Ort“ (Novelle, 2001), „Ich und Kaminski“ (Roman, 2003), „Die Vermessung der Welt“ (Roman, 2005), „Wo ist Carlos Montúfar?“ (Über Bücher, 2005), „Requiem für einen Hund“ (Ein Gespräch mit Sebastian Kleinschmidt, 2008), „Ruhm“ (Ein Roman in neun Geschichten, 2009), „Lob“ (Über Literatur, 2010), „Die Geister in Princeton“ (Theaterstück, 2011), „Der Mentor“ (Theaterstück, 2012).

Pressezitate:
„Treffsicher und temporeich, mal spannend und dramatisch, mal amüsant und voll verstecktem Humor ... In einer hervorragenden Darstellung spielten sich die Protagonisten geschickt die Bälle zu.“ (Gelnhäuser Tageblatt, Bad Orb)
„ ... eine Sprachwitz-Komödie auf hohem Niveau. Für Volker Lechtenbrink ist die Rolle des Mentors eine Paraderolle.“ (Norddeutsche Rundschau, Itzehoe)

„Volker Lechtenbrink nutzt virtuos alle Möglichkeiten der Rolle. Als leicht erregbarer Jungautor ...war Andreas Christ nicht minder aus- und eindrucksvoll. Anja Boche gab mit ihrem herzhaften Spiel eine famose Gina ab. Oliver Dupont überzeugend ... als Wangenroth, vervollständigte das
feine Darstellerquartett.“ (Augsburger Allgemeine, Gersthofen)
„ ... brillantes Spiel der Akteure ... Ein kluges, pointenreiches Konversationsstück über die Hybris
von Kunst und Kulturbetrieb." (Gelnhäuser Neue Zeitung, Bad Orb)
„… ein geistreiches Vergnügen.“ (Kreiszeitung Wesermarsch, Nordenham)
„So ist „Der Mentor“ nicht nur eine vergnügliche, pointenreiche Komödie, sondern zugleich ein bissiger Blick auf die Literatur und Kunstszene.“ (Rotenburg-Bebraer Allgemeine, Bad Hersfeld)
„Unter der Regie von Folke Braband zeigte das vierköpfige Ensemble kurzweiliges, tempo- und facettenreiches Spiel. Bei aller Ernsthaftigkeit des Stoffs mangelte es der Inszenierung keineswegs an Witz und bitterem Humor.“ (Südwest Presse, Freudenstadt)

Besetzung:
Benjamin Rubin Volker Lechtenbrink
Martin Wegner Andreas Christ
Gina Wegner Anja Boche
Erwin Wangenroth Oliver Dupont

Regie Folke Braband Bühnen- und Kostümbild Stephan Dietrich
Musik Felix Huber

Fotos: © Oliver Fantitsch

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