Foto © Michael Petersohn

Komplexe Väter

"Boulevardtheater mit Jochen Busse, Hugo Egon Balder u. a.

10.05.2022, 20:00 Uhr

Drei nicht mehr ganz so junge Männer versuchen auf unterschiedlichste Weise nachzuholen, was sie bei der Tochter versäumt haben. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände kommen sie sich dabei gegenseitig in die Quere. Die Sehnsucht, begangene Lebensfehler zu korrigieren, die Hoffnung, die Zeit aufhalten zu können, der Wunsch, Erlebtes nochmal zu leben, führen zu massiven Verwechslungen und Missverständnissen. Geht es wirklich um die Tochter? Oder auch um die Erkenntnis, dass die Zeit nicht alle Wunden heilt. Nur zwei starke Frauen sind in der Lage, aus den drei Männern keine Väter mit Komplexen werden zu lassen. René Heinersdorff hat Jochen Busse und Hugo Egon Balder die Rollen der alt gewordenen Väter auf den Leib geschneidert. Die beiden erweisen sich einmal mehr als Meister des genauen Timings und lassen Heinersdorffs Pointen funkeln.


Besetzung:


Anton: Jochen Busse

Erik: Hugo Egon Balder

Ute: Maike Bollow

Björn: René Heinersdorff

Nadine: Farina Giesmann

Regie & Bühne: René Heinersdorff

Kostüm: Andrea Gravemann

Eine Produktion des Theaters an der Kö, Düsseldorf

Uraufführung am 21. September 2018 in der Komödie Winterhuder Fährhaus, Hamburg


Viten

Jochen Busse Anton

... wurde in Iserlohn im Sauerland geboren und ließ sich trotz dieses Tatbestandes nicht abhalten, das Ziel, ein Schauspieler zu werden, zeitlebens zu verfolgen. Offensichtlich ist ihm das bis heute, nach immerhin über 54 Bühnenjahren, nicht gelungen, denn die häufigste Bezeichnung in den Medien lautet: Kabarett-Urgestein.

Als solches Kleinkunstalluvium gab Busse zehn Jahre den Moderator in „7 Tage, 7 Köpfe“ und erhielt dafür 2004 den Sonderpreis für Popularität und Ausdauer in Form des Deutschen Comedypreises. Parallel zu dieser Gesteinsbildung wirkte er in 86 Folgen von „Das Amt“ als Hagen Krause mit und wurde mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk bereits vorher mit dem Deutschen Comedypreis künstlerisch frühpensioniert. Seit dem Rentenalter widmet sich Jochen Busse ausschließlich seinen Hobbys. Als da wären: Zwei Kabarettprogramme mit Henning Venske, bedacht mit dem Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz zum Deutschen Kleinkunstpreis 2010 und dem Bayerischen Kabarettpreis 2012 sowie der Tegtmeier-Kappe der Stadt Herne. Freundschaften zu Erfolgsautoren wie Dietmar Jacobs und Lars Albaum zwingen ihn alle zwei Jahre mit einer neuen Komödie auf die Bühne. Nach „Einmal nicht aufgepasst“ erlebte er ein „Andalusisches Mirakel“ (Merkur-Theaterpreis 2007). Das setzte sich fort mit „In jeder Beziehung“. Nun macht er auch noch Regie. Wie bei „Achtung Deutsch!“, das bei den Privattheatertagen 2014 in Hamburg mit dem Monica Bleibtreu Preis für die beste Komödie ausgezeichnet wurde. Nach dem Ende seiner Tour mit dem ersten und vorläufig letzten Solo-Programm „Wie komm ich jetzt darauf?“ widmete sich Jochen Busse im Jahr 2016 ausschließlich dem Theater. 2017 machte er mit der RTL-Serie „Nicht totzukriegen“ von sich reden. Er spielt darin einen Villenbesitzer, der seinen Mietern das Leben zur Hölle macht. Im Anschluss erfreute er das Theaterpublikum mit seiner Rolle als pleitegegangener Schuhfabrikant Hasso Krause in „Der Pantoffel-Panther“. Für seine Rolle in der Komödie „Komplexe Väter“ war er 2019 für den Theaterpreis Der Faust als bester Darsteller nominiert.

2021 wird er achtzig und erwartet Preise für sein Lebenswerk.


Hugo Egon Balder Erik

Der am 22. März 1950 in Berlin-Schöneberg geborene Hugo Egon Balder ist ein Garant für unangepassten Humor. Ob als Moderator und Produzent von Erfolgssendungen wie „Alles nichts, oder?!“ und „Genial daneben“ oder als Comedian auf der Theaterbühne – stets trifft er den Geschmack seines Publikums. Von 1973 bis 1979 gehörte er zum Ensemble des Schiller Theaters, Berlin. 1985 stand er neben Harald Schmidt als Mitglied des Kabarett-Ensembles des renommierten Düsseldorfer „Ko(m)mödchens“ auf der Bühne. Seine Vielseitigkeit stellte er außerdem in den frühen Tagen des Privatfernsehens als Moderator der RTL-Show „Tutti Frutti“ unter Beweis. Als TV-Produzent war der Wahl-Kölner zwischen 1993 und 1998 unter anderem für die Kult-Sendung „RTL Samstag Nacht“ verantwortlich. Später wechselte er seinen Haussender und begeistert seitdem mit seinen Formaten auch bei Sat.1 regelmäßig ein Millionenpublikum. Mit „Komplexe Väter“ spielt Hugo Egon Balder bereits zum vierten Mal in einer Komödie von René Heinersdorff. In „Die Nummer des Jahres“ bewies er 2007 neben Jenny Jürgens und Marianne Rogée, ebenso wie in „Sei lieb zu meiner Frau“ ab 2010, dass er auch auf der Theaterbühne nichts von seiner Bissigkeit und seinem Timing verloren hat. Es folgte „Aufguss“. Hugo Egon Balder erfüllte sich 2010 einen langgehegten Wunsch und wurde Teilhaber des neu eröffneten „ZWICK St. Pauli“, das Live-Club-Kultkneipe und Rock Museum in einem ist. Seit März 2017 moderiert er für Sat.1 erfolgreich „Genial daneben“.


René Heinersdorff Björn, Regie & Autor

... leitet im Rhein-Ruhr-Gebiet das Theater an der Kö in Düsseldorf, das Theater am Dom in Köln und das Theater im Rathaus in Essen. Er spielt und inszeniert darüber hinaus häufig in den Komödienhäusern von München, Frankfurt, Stuttgart, Karlsruhe, Dresden, Bonn und Berlin sowie an diversen Stadttheatern. Er führte bereits über 150 Mal Regie. Am Theater und der Komödie am Kurfürstendamm spielte und inszenierte Heinersdorff das von ihm verfasste „Sei lieb zu meiner Frau“ sowie „November“ von David Mamet. Seine Komödie „Der Kurschattenmann“ u.a. mit Jochen Busse, Simone Rethel und Ingrid Steeger, Christine Schild und Christiane Rücker wurde seit 2012 in ganz Deutschland mit großem Erfolg aufgeführt. 2014 folgte „Aufguss“ mit Hugo Egon Balder. Im deutschen Fernsehen war er in durchgehenden Hauptrollen in „Eichbergers besondere Fälle“ (ZDF) mit Walter Sedlmayr und Billie Zöckler zu sehen sowie in „Drei Mann im Bett“ (WDR) mit Jochen Busse und Karsten Speck. Zehn Jahre lang spielte er mit Willy Thomczyk, Antje Lewald und Dana Golombek in „Die Camper“ (RTL). Zahlreiche Episodenrollen in deutschen Fernsehserien folgten, zuletzt in „Rentnercops“ (ARD). René Heinersdorff schrieb 16 Theaterstücke, die bundesweit aufgeführt, in zahlreiche Sprachen des europäischen Auslandes übersetzt und dort auch gespielt werden. Sein Schwank „Ein guter Rutsch“ war am Silvesterabend 2018 im Bayerischen Rundfunk zu sehen.


Maike Bollow Ute

Die gebürtige Berlinerin ging nach dem Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover in ihr erstes Festengagement ans Staatstheater Hannover unter der Leitung von Ulrich Khuon. Nach achteinhalb Jahren entschied sie sich frei zu arbeiten. Zahlreiche Gastengagements an verschiedenen Theatern z.B. in Hamburg, Frankfurt und Düsseldorf folgten. Ihre Fernsehkarriere begann mit der ZDF-Serie „Freunde fürs Leben“. Danach stand sie u.a. für Serienhauptrollen wie „Herzschlag – Das Ärzteteam Nord“ und „Notruf Hafenkante“ vor der Kamera sowie in Hauptrollen für große TV-Events wie u.a. „Der Prinz von nebenan“ (RTL), als Chefin des „Tatort“-Hamburg oder in dem international gefeierten Kinofilm „Heute bin ich blond“ von Marc Rothemund. 2014 war sie in der ARD-Serie „Roten Rosen“ als Hauptdarstellerin der Tine Hedelund zu sehen. Seit 2015 dreht sie in einer wiederkehrenden Gastrolle bei „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ und übernahm zuletzt Rollen in „SOKO Leipzig“ (ZDF) und „Großstadtrevier“ (ARD). Mit „Sei lieb zu meiner Frau“ haben Maike Bollow, Hugo Egon Balder und René Heinersdorff bereits an vielen deutschen Theatern gastiert.


Farina Giesmann Nadine

... wurde 1995 in Lüdenscheid geboren und wuchs im Sauerland und in Ostfriesland auf. Im Sommer 2016 schloss sie ihre Schauspielausbildung in Stuttgart ab. Bereits während ihres Schauspielstudiums stand sie für verschiedene Kurzfilme vor der Kamera. Ihr Bühnendebüt gab sie 2016 am Hamburger Ohnsorg-Theater als Tilda in der plattdeutschen Inszenierung von „Honig in’n Kopp“. Farina Violetta Giesmann wurde dafür 2017 als beste Nachwuchsdarstellerin für den Theaterpreis Hamburg Rolf Mares nominiert. Weiterhin spielte sie am Kammertheater Karlsruhe, an der Comödie Dresden, am Meininger Staatstheater, am Theater Rudolstadt, Scharoun Theater Wolfsburg und war für die Spielzeit 2017/2018 im festen Ensemble am Landestheater Eisenach engagiert. 2019 konnte man sie beim Theatersommer Ludwigsburg in der Titelrolle bei „Momo“ sowie als Findus in „Petterson und Findus“ auf der Bühne erleben, 2020 stand sie dort als Pippi Langstrumpf auf der Bühne. In der Komödie im Marquardt war sie im Familienstück „Zwei Tauben für Aschenputtel“ zu sehen.

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Kategorie: Sonderveranstaltungen