Foto © Alvise Predieri

Lippenrot

mit Jutta Speidel und Stefan Noelle

25.01.2022, 20:00 Uhr

LIPPENROT

von der „Tannöd“-Autorin Andrea Maria Schenkel


Lippenrot, das erste Theaterstück aus der Feder von Andrea Maria Schenkel, basiert auf ihrer Kurz-geschichte „Ottilie“. Angelika, eine Frau der Gegenwart, setzt sich darin mit Briefen und Tagebuch-aufzeichnungen einer verstorbenen Verwandten auseinander, die in den 1920er Jahren in Frank-furt, dem mondänen Wiesbaden und New York lebte. Sie taucht ein in die faszinierende Geschichte einer großen Liebe mit überraschendem Ausgang.

Gustav, ein ‘international anerkannter Philanthrop‘, vermögend, sucht via Zeitungsannonce eine Frau. In Ottilie, ebenfalls vermögend, findet er scheinbar die große Liebe. Die Hochzeit folgt in Kürze, doch auf ein mondänes Lotterleben folgt bald der Ehetrott und ein seltsames Verhalten des Gatten. Enttäuscht und misstrauisch beginnt Ottilie, schließlich an ihm zu zweifeln. Und tatsäch-lich: Sie findet mal ‘einen Hauch Lippenrot an einer Champagnerflöte‘, mal ‘ein samtenes, rotes Strumpfband auf der Chaiselongue‘.Wutentbrannt stellt sie ihn zur Rede. Es endet, wie solche Dinge immer enden: Streit, Tränen, Sherry, noch mehr Streit, noch mehr Tränen, Versöhnung. Doch am plötzlichen Frieden ist etwas faul…

„Lippenrot“ verknüpft meisterhaft Literatur, Musik und eine Reise in die Vergangenheit zu einem unterhaltsamen Krimiabend!


Solo für eine grandiose Schauspielerin und einen kongenialen Musiker

Angelika / Ottilie JUTTA SPEIDEL

Klarinette, Gitarre,

Saxofon und Percussion STEFAN NOELLE


Regie Christina Piegger

Ausstattung Thomas Pekny

Kostüme Ulrike Schuler

Aufführungsrechte: Theaterstückverlag Brigitte Korn-Wimmer & Franz Wimmer, München

Eine Produktion der Komödie im Bayerischen Hof München

Direktion: Prof. Thomas Pekny | Veronika Freitag


DIE SCHAUSPIELERIN

Jutta Speidel

wurde 1954 in München geboren. Bereits als Schülerin stand sie seit 1969 in zahlreichen Kino-filmen wie Pepe der Paukerschreck, Hurra die Schule brennt oder Rosy und der Herr aus Bonn vor der Kamera. In den Jahren 1972 bis 1976 erhielt sie dann eine Schauspiel- und Tanzausbildung. 1976 holte sie der renommierte Regisseur Rudolf Noelte als Elektra nach Berlin ans Renaissance-Theater. In den folgenden Jahren wechselten ihre beruflichen Engagements immer wieder zwischen Film, Fernsehen und Theater, sie spielte in Wien an der Josefstadt und am Burgtheater, bei den Festspielen Bad Hersfeld und auf Theatertourneen. An der Komödie im Bayerischen Hof war sie wiederholt zu sehen: In Honigmond, Laura und Lotte, Misery, dem Ein-Frau-Stück Verliebt, verlobt, verschwunden, Josef und Maria und zuletzt in Gabriel Baryllis Sommerabend stellte sie ihre Vielseitigkeit unter Beweis. Der Filmregisseur Rainer Erler wurde 1975 auf sie aufmerksam, mit ihm drehte sie unter anderem den legendären Film Fleisch. Im Laufe ihres mittlerweile fast 50-jährigen Berufslebens wirkte sie in weit über 150 Filmen mit und bekam dafür zahlreiche Aus-zeichnungen. Zuletzt war Jutta Speidel in der Verfilmung von Anne Gesthuysens Roman Wir sind doch Schwestern und der TV-Produktion Club der einsamen Herzen im Fernsehen sowie in Gehen, wenn’s am schönsten ist im Kino zu sehen.

1997 gründete sie den gemeinnützigen Verein HORIZONT e.V., der sich um obdachlose Kinder und ihre Mütter kümmert. Für dieses soziale Engagement bekam Jutta Speidel neben anderen wichtigen Auszeichnungen 2005 das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2011 den Bayerischen Verdienstorden und 2017 die Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem Vereinten Europa. Im März 2019 wurde Jutta Speidel die Ehrenbürgerschaft der Stadt München verliehen.


Der Musiker

Stefan Noelle

Stefan Noelle ist einer der vielseitigsten Musiker der Münchner Szene. Man sieht ihn mit Jazz-Kollegen wie Mulo Francel oder Tom Reinbrecht, hört ihn im Soundtrack von Rosenmüller-Filmen (zuletzt: Trautmann) oder begegnet ihm in Crossover-Projekten wie der Band des ägyptischen Geigers Ahmed Mounib oder der Unterbiberger Hofmusik. Mit Neugier wandte sich der Schlag-zeuger in den letzten Jahren der orientalischen Percussion zu, nebenbei spielt er Gitarre, Klarinette und Saxophon. Mit seinem Duo Unsere Lieblinge spielte und sang Noelle über 1.600 Konzert-, Theater-, Kabarett- und Literaturabende zwischen Venedig, Wien und Wilhelmshaven. So begleitete er auch diverse Theaterproduktionen wie z.B. I Hired A Contract Killer (Metropoltheater München, AZ-Stern des Jahres 2001). 2005 erhielt Stefan Noelle als Komponist der Musik des Kinofilms Aus der Tiefe des Raumes eine Nominierung zum Deutschen Filmpreis. 2019 kreierte er als Solo-Schlagwerker die Bühnenmusik für Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Regie: Gil Mehmert) am Metropoltheater, ausgezeichnet bei den Privattheatertagen Hamburg mit dem Monica-Bleibtreu-Preis.

Nach dem Besuch der Textdichter-Masterclass Celler Schule besann sich Stefan Noelle 2011 seiner Liebe zur deutschen Sprache und schreibt seither poetische Lieder und Chansons. Seine Debüt-CD als Liedermacher Meinetwegen im Regen wurde 2016 für den Preis der deutschen Schallplatten-kritik nominiert. Seit 2013 ist er Gastgeber der erfolgreichen Nachbarschafts-Jazz-Reihe Be My Guest am Münchner Ackermannbogen. 2016 startete er obendrein seine Songwriter-Matinee Das Lied zum Sonntag. Für dieses Engagement erhielt er 2018 eine Nominierung für den „Tassilo“-Preis der Süddeutschen Zeitung.


DIE AUTORIN

Andrea Maria Schenkel

Das Volksstück konnte schon immer vieles. Als Projektionsfläche für die kleinen Leute bildete es ihre Welt ab, hier konnte man sich identifizieren und unterhalten lassen von Figuren, welche die gleiche Sprache sprechen. Und am Ende war alles gut. Bis Fleißer, Horvath und Brecht dieses Genre erneuerten, dem Volk aufs Maul schauten – und eine Welt zeigten, in der die Wärme fehlt und das Happy End. Dieser Tradition in gewisser Weise verpflichtet arbeitet die 1962 in Regens-burg geborene Andrea Maria Schenkel. Mit ihrem wohl populärsten Roman Tannöd erschuf sie einen Schreckensort. Andrea Maria Schenkel reiht sich als Autorin, deren Werke sich hervorragend für Bühnenadaptionen eignen, in die Vertreter moderner Volksstücke wie Martin Sperr, Werner Schwab, Franz Xaver Kroetz und Christoph Nußbaumeder – um nur einige zu nennen – ein. Sie ist nicht nur festzulegen auf das Verfassen von Kriminalromanen. 2014 erschien mit Lippenrot ihr erstes Theaterstück, das auf ihrer Kurzgeschichte „Ottilie“ beruht. Andrea Maria Schenkel lebt mit ihren Kindern in Regensburg und in Larchmont, New York (USA).


REGIE

Christina Piegger

Christina Piegger ist in Innsbruck geboren und aufgewachsen. Sie studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien. Währenddessen arbeitete sie als freie Regie- und Dramaturgieassistentin im Werk X und dem Sirene Operntheater und war an zahlreichen Film- und Fernsehprojekten (ARD, ZDF, ORF) in Tirol und München beteiligt. 2016 kam sie als Regie-assistentin ans Salzburger Landestheater. Dort gab sie 2018 mit der Oper Flüchtling von Lucio Gregoretti ihr Regiedebut auf der großen Bühne. Es folgte Stille Maus und Stille Nacht, ein musikalisches Schauspiel mit Menschen und Marionetten im Advent 2018. Seit der Spielzeit 2019/20 ist sie als Hausregisseurin und Dramaturgin am Salzburger Landestheater engagiert. Sie inszeniert Der kleine Vampir und im Rahmen der Mozartwoche das Schauspielprojekt Mozart Moves! Sieben Dramolette an der Seite von Rolando Villazón.


AUSSTATTUNG

Thomas Pekny

wurde in Linz geboren und besuchte in München die Rudolf-Steiner-Schule. Nach seiner Ausbildung an der Fachschule für Schreiner und Holzbildhauer begann er ein Studium an der Akademie für Bildende Künste in der Klasse Szenenbild bei Prof. Rudolf Heinrich in München. Sein Berufsweg als Bühnen-bildner führte ihn zunächst an das Deutsche Theater nach Göttingen und die Städtischen Bühnen Augsburg, bevor er von 1986 bis 2011 die Ausstattungsleitung am Theater Heilbronn und seit 1983 auch an der Komödie im Bayerischen Hof München übernahm. Als freischaffender Bühnenbildner war er in Hamburg, Berlin, München, Salzburg, Wien, Warschau, Moskau und Peking tätig und arbeitete u.a. mit den Regisseuren Peter Weck, Karl-Heinz Stroux, Günther Fleckenstein, Ingmar Bergman, Klaus Wagner und Filippo Sanjust zusammen. Er übernahm die Ausstattung für zahlreiche Produktionen an diversen namhaften Staatsopern, Theatern und Festspielen. Zuletzt gestaltete Thomas Pekny 2019 u.a. die Bühne für Stille Maus und Stille Nacht und Der Prozess am Landestheater Salzburg, für Shakespeares Wie es euch gefällt am Alten Schauspielhaus Stuttgart, für die deutschsprachige Erstaufführung von Madagascar bei den Luisenburg-Festspielen Wunsiedel sowie für die Operette Der Bettelstudent am Landestheater Linz. Seit 1996 ist er Professor an der Hochschule Pforzheim für Experimentelle Gestaltung, Mode- und Bühnenkostüme. Neben seiner Tätigkeit als Bühnen-, Kostümbildner und Hochschulprofessor ist er seit Februar 2016 Intendant und Geschäftsführer der Komödie im Bayerischen Hof und der Münchner Tournee, für die er fortlaufend die Ausstattung zahlreicher Produktionen gestaltet. Mit Goldonis Mirandolina gab Thomas Pekny 2017 darüber hinaus sein Regiedebut.


KOSTÜME

Ulrike Schuler

wurde in Augsburg geboren und hospitierte am dortigen Theater in der Kostümabteilung. Nach dem Schauspielstudium in Zürich war sie unter anderem als Regie- und Ausstattungsassistentin in Augsburg, Stuttgart, am Münchner Volkstheater, bei den Luisenburg-Festspielen in Wunsiedel, den Orff-Festspielen in Andechs sowie immer wieder an der Komödie im Bayerischen Hof enga-giert. Sie arbeitete unter anderem mit den Regisseuren Nikolaus Paryla, Hans Hollmann, Hellmut Mathiasek und Thomas Pekny. Für zahlreiche Produktionen, wie zum Beispiel Die Feuerzangen-bowle, Gut gegen Nordwind, Glück, Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, Eine Mittsommer-nachts-Sex-Komödie nach Woody Allen, Was dem einen recht ist, Jahre später, gleiche Zeit sowie für einige Kinderstücke zur Weihnachtszeit kreierte Ulrike Schuler die Kostüme.


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Kategorie: Theaterveranstaltungen