2. Stück

Münchner Tournee

Josef und Maria

Dienstag, 14.11.2017, 20 Uhr
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Ein Spiel von Peter Turrini
mit Jutta Speidel und August Schmölzer

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Ein Weihnachtsabend im Kaufhaus. Die letzten Kunden haben sich mit ihren Geschenkpaketen auf den Weg nach Hause gemacht, die einschmeichelnden Werbeslogans verklingen, eine letzte, unpersönliche Durchsage fürs Personal. Dann ist Betriebsschluss.
Eine mondän aufgetakelte Dame betritt den Personalraum und beginnt, sich umzuziehen. Sie legt die elegante äußere Hülle ab, Maria kommt zum Vorschein, Maria, die Aushilfsputzfrau. Sie ist hier, um sauberzumachen. Josef kommt dazu, der Mann von der Wach- und Schließgesellschaft, sichtlich froh, einen Menschen zu finden in der Einsamkeit dieser Nacht. Zögerlich erst kommen die beiden ins Gespräch, erzählen einander von den Stationen ihres Lebens, von Wünschen und Träumen, von Hoffnungen und Sehnsüchten. Sie entdecken den Menschen im anderen.
Nicht auf die Verkündigung dieser Nacht richten sie schließlich ihr Sinnen, sondern auf das irdische Miteinander. Zwei Menschen, für die das Leben in der kapitalistischen Gesellschaft keine sonderliche Überraschung mehr übrig zu haben schien, blühen auf, weil sie sich trotz und inmitten totaler Entfremdung umeinander bemühen.
So entsteht das bewegende Portrait zweier einsamer Menschen am anderen Ende der Wohlstandsgesellschaft, die schließlich versuchen, einander gegenseitig in einem spontanen, illegalen „Fest der Liebe“ etwas von jener Wertschätzung zukommen zu lassen, die ihnen die konsumorientierte Mitwelt versagt.
Dieses »Weihnachtsmärchen für Erwachsene« (Darmstädter Echo) wurde 1980 im Wiener Volkstheater uraufgeführt, in 21 Sprachen übersetzt und steht weltweit auf den Spielplänen der Theater.

DER AUTOR
Peter Turrini
wurde 1944 in St. Margarethen in Kärnten geboren, wuchs in Maria Saal auf und war von 1963 bis 1971 in verschiedenen Berufen tätig. Seit 1971 arbeitet er als  freier Schriftsteller und lebt in Kleinriedenthal bei Retz.
Mit seinem ersten Theaterstück Rozznjogd (Uraufführung 1971 am Wiener Volkstheater) wurde Turrini schlagartig bekannt. Es folgten Stücke wie Sauschlachten (Münchner Kammerspiele 1972), Josef und Maria (Volkstheater Wien 1980), Die Minderleister (Akademietheater Wien 1988), Alpenglühen (Burgtheater Wien 1993), Die Liebe in Madagaskar (Akademietheater 1998), Die Eröffnung (Schauspielhaus Bochum 2000), Ich liebe dieses Land (Berliner Ensemble 2001), Der Riese vom Steinfeld (Wiener Staatsoper 2002), Da Ponte in Santa Fe (Salzburger Festspiele 2002), Bei Einbruch der Dunkelheit (Stadttheater Klagenfurt 2006), Mein Nestroy (Theater in der Josefstadt Wien 2006), Jedem das Seine (gemeinsam mit Silke Hassler, Stadttheater Klagenfurt 2007), Die Minderleister (Neufassung, Schauspielhaus Graz 2007), Der Diener zweier Herren (frei nach Goldoni, Theater in der Josefstadt 2007), Die Wirtin (frei nach Goldonis Mirandolina, Neufassung, Theater in der Josefstadt 2009), Die Liebe in Madagaskar (Neufassung, Stadttheater Walfischgasse Wien 2010), Campiello (frei nach Goldoni, Neufassung Theater in der Josefstadt 2011), Silvester (Stadttheater Klagenfurt 2011), Endlich Schluß (Neufassung, Theater in der Josefstadt 2012), Aus Liebe (Theater in der Josefstadt, 2013), C'est la vie (Theater in der Josefstadt, 2014) sowie Gedichtbände, Drehbücher, Reden und Essays.
Turrinis Werke wurden in über dreißig Sprachen übersetzt, seine Stücke werden weltweit gespielt.

DER REGISSEUR
Prof. Dr. Peter M. Preissler
studierte bereits während seiner Schulzeit Trompete und Klavier am Konservatorium. Nach der Matura im Jahre 1962 begann der gebürtige Österreicher in Wien an der Universität ein Studium der Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft und Psychologie, das er 1964 durch ein Schauspiel- und Regiestudium an der Schauspielschule Krauss ergänzte. Danach ging Preissler für fünf Jahre als Schauspieler und Regieassistent ans Wiener Burgtheater, bevor am Staatstheater Hannover seine Regiekarriere begann. 1972 promovierte er zum Dr. phil., 1999 wurde ihm der Berufstitel „Profes-sor“ verliehen und 2007 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.
Ausgezeichnet wurde Peter M. Preissler mit dem Skraupp-Preis, dem Förderpreis zur Josef-Kainz-Medaille und dem österreichischen Publikumspreis.
Die wichtigsten Stationen seiner beruflichen Laufbahn waren das Schauspielhaus Graz, das Stadttheater St. Gallen, der Bayerische Rundfunk, das Wiener Volkstheater (Spielleitung) und das Landestheater Salzburg (Oberspielleitung). Seit 1988 inszeniert er als freier Regisseur im gesamten deutschsprachigen Raum und unterrichtet außerdem als Professor am renommierten Max Reinhardt Seminar in Wien.
An der Komödie im Bayerischen Hof konnte man bisher unter anderem folgende Inszenierungen von ihm sehen: Das Glas Wasser (Scribe), Candida (Shaw), Auf und davon (Yeldham), Ich denke oft an Piroschka (Hartung) und für Kinder: Pumuckl – Das Weihnachtsfest, Der Lebkuchenmann, Luzi der Schutzengel, das Musical Ritter Kamenbert, Der Feuervogel, Die Weihnachtsgans Auguste, im letzten Jahr Hamlet und die Racker sowie 2017 Rumpelstilzchen.

DER BÜHNENBILDNER
Thomas Pekny
wurde in Linz geboren und besuchte in München die Rudolf-Steiner-Schule. Nach seiner Aus-bildung an der Fachschule für Schreiner und Holzbildhauer begann er ein Studium an der Akademie für Bildende Künste in der Klasse Szenenbild bei Prof. Rudolf Heinrich in München.
Von 1975 bis 1980 führte ihn sein Berufsweg als Bühnenbildner zuerst an das Deutsche Theater nach Göttingen, dann von 1981 bis 1983 an die Städtischen Bühnen Augsburg. Von 1986 bis 2011 war er Ausstatter am Theater Heilbronn, seit 1983 ist er zudem Ausstatter an der Komödie im Bayerischen Hof München. Als freischaffender Bühnenbildner war er in Hamburg, Berlin, München, Salzburg, Wien, Warschau, Moskau und Peking tätig und arbeitete u.a. mit den Regisseuren Peter Weck, Karl-Heinz Stroux, Günther Fleckenstein, Ingmar Bergman, Klaus Wagner und Filippo Sanjust zusammen. Er übernahm die Ausstattung an der Staatsoper Hannover für Così fan tutte und Die verkaufte Braut, an der Staatsoper Lodz für Don Giovanni, am Maly Theater Moskau für Das Käthchen von Heilbronn sowie an der Staatsoper Warschau für Parsifal.
Für das Staatstheater am Gärtnerplatz gestaltete er Kollos Wie einst im Mai, Tiefland, Die Fledermaus und Ein Walzertraum, für die Bayerische Staatsoper Massenets Don Quijote und für die Orff-Festspiele in Andechs Der Mond, Die Kluge und Die Bernauerin in den Inszenierungen von Prof. Hellmuth Matiasek sowie Ein Sommernachtstraum von Shakespeare/Orff und 2 nach Orff unter der Regie von Marcus Everding. In Salzburg stattete er 2016 die Welturaufführung von Funny Girl aus und gestaltete 2017 das Bühnenbild und die Kostüme für Wedekinds Lulu sowie für Der Nackte Wahnsinn – Noises off. Außerdem schuf er die Ausstattung für das Schauspiel Der Theatermacher bei den Luisenburg-Festspielen 2017 in Wunsiedel.
Seit 1996 ist er Professor an der Hochschule Pforzheim für Experimentelle Gestaltung, Mode- und Bühnenkostüme. Für das Orff Zentrum München war er 2007 – im 25. Todesjahr des Komponisten – verantwortlich für das Design der Ausstellung Carl Orff – Humanist gegen den Strom der Zeit, die anschließend in San Francisco und weiteren Städten weltweit gezeigt wurde.
Seit Februar 2016 ist er neben seiner Tätigkeit als Bühnen-, Kostümbildner und Hochschulprofessor Intendant und Geschäftsführer der Komödie im Bayerischen Hof und der Münchner Tournee.

DIE SCHAUSPIELERIN
Jutta Speidel
wurde 1954 in München geboren. Bereits als Schülerin stand sie ab 1969 in zahlreichen Kinofilmen vor der Kamera, z. B. in Pepe der Paukerschreck, Hurra die Schule brennt oder Rosy und der Herr aus Bonn. So konnte sie an der Seite großer Kollegen erste berufliche Erfahrungen sammeln. In den Jahren 1972 bis 1976 erhielt sie eine Schauspiel- und Tanzausbildung.
1976 holte sie der renommierte Regisseur Rudolf Noelte als Elektra nach Berlin ans Renaissance-Theater. In den folgenden Jahren wechselten ihre beruflichen Engagements immer wieder zwi-schen Film, Fernsehen und Theater, sie spielte in Wien an der Josefstadt und am Burgtheater, bei den Festspielen Bad Hersfeld und auf Theatertourneen. An der Komödie im Bayerischen Hof war sie ebenfalls wiederholt zu sehen: In Honigmond, Laura und Lotte, Misery und zuletzt im Mai 2016 in Stefan Vögels Ein-Frau-Stück Verliebt, verlobt, verschwunden konnte sie ihre Vielseitigkeit als Charakterschauspielerin beweisen.
Der Filmregisseur Rainer Erler wurde 1975 auf sie aufmerksam, mit ihm drehte sie u.a. den legen-dären Film Fleisch. Im Laufe ihres mittlerweile fast 50-jährigen Berufslebens wirkte sie in weit über 150 Filmen mit und bekam dafür zahlreiche Auszeichnungen.
1997 gründete sie den gemeinnützigen Verein HORIZONT e.V., der sich um obdachlose Kinder und ihre Mütter kümmert. 2004 entstand ein eigenes HORIZONT-Haus, in dem Betroffene ein sicheres Zuhause auf Zeit und ganzheitliche Betreuung unter einem Dach erhalten. Ein Fachteam sorgt rund um die Uhr für optimale und individuelle Zuwendung. So wird die Basis geschaffen, um neue Per-spektiven entwickeln zu können – damit für die Frauen und Kinder ein eigenverantwortliches Leben zeitnah möglich ist. Ein neues Haus, das dauerhaften und bezahlbaren Wohnraum sowie soziokulturelle Einrichtungen bietet, ist derzeit im Bau. Die Eröffnung im Münchner Domagkpark ist für 2018 geplant. Die Arbeit von HORIZONT wird ausschließlich über Spenden finanziert.
Für ihr soziales Engagement bekam Jutta Speidel neben anderen wichtigen Auszeichnungen 2005 das „Bundesverdienstkreuz am Bande“, 2011 den „Bayerischen Verdienstorden“ und 2017 die „Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem Vereinten Europa“. Mehr Infos unter www.horizont-ev.org

DER SCHAUSPIELER
August Schmölzer
wurde 1958 als Bauernsohn in St. Stefan ob Stainz, in der Weststeiermark, geboren. Lehre als Koch. Oberkrainermusikant. Schauspielstudium an der Kunst Uni Graz. Neben Theaterarbeiten mit P. Stein, A. Wajda, O. Schenk, M. Kusej in Wien, Hamburg, München, Stuttgart, den Festspielen Reichenau, den Salzburger Festspielen u.a. sowie neben intensiver Fernseharbeit spielte August Schmölzer in Kinofilmen, wie O. Hirschbiegels Der Untergang, R. Dornhelms Requiem for Dominic, B. Beresfords Bride of the Wind, M. Glawoggers Nacktschnecken, St. Spielbergs Schindlers Liste, E. Scharangs In einem anderen Leben und Peter Sehers Ludwig II.
Die von ihm initiierte ORF/ZDF-Filmreihe Die Fremde und das Dorf wurde 2015 nicht nur mit der Romy für das beste Drehbuch ausgezeichnet, sondern geht als eine der erfolgreichsten ORF Krimireihen nun schon in den vierten Teil. 2009 war August Schmölzer für den Deutschen Fernsehpreis, 2010 für den Bayrischen Fernsehpreis und 2012 für die „Romy“ – jeweils als „Bester Schauspieler“ – nominiert.
Für sein humanitäres Engagement wurde er von der österreichischen Zeitung „Die Presse“ 2013 zum „Österreicher des Jahres“ gewählt. 2013 wurde ihm vom Bundespräsidenten der Arbeitstitel „Professor“ verliehen und 2016 das Große Ehrenzeichen des Landes Steiermark.
August Schmölzer ist Präsident der „Stieglerhaus gemeinnützigen Privatstiftung“ in seinem Wohnort St. Stefan ob Stainz. Diese Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kultur, Bildung und Kunst in dieser Region zu fördern.
August Schmölzer lebt als freischaffender Künstler in der Weststeiermark.
Publikationen:
„Der arme Ritter“ Erotischer Kochbuch-Roman. (Momentan vergriffen)
„Tor zum Herzen“ Eine Biographie von C. Krebs im M/N Verlag Graz
„Von Ameis, Schwein und Wolf“ 10 Kurzgeschichten mit Zeichnungen von Gerald Brettschuh
im M/N Verlag Graz
„Gedanken zur Zeit“ 1., 2. und 3. Band plus einer original CD. Jeweils12 Radio-Essais im M/N Verlag Graz
„Herzensbildung“ Die Kunst, sich im Anderen wieder zu erkennen, von Prof. R. Egger und August Schmölzer im Styria Verlag Wien
„Der Totengräber im Buchsbaum“ im MERLIN Verlag Hamburg. Dieser Roman wird 2018/2019 durch die Film27 mit Peter Keglevic als Regisseur für das Kino verfilmt werden.

Maria Patzak JUTTA SPEIDEL
Josef Pribil AUGUST SCHMÖLZER
Regie Peter M. Preissler
Ausstattung Thomas Pekny

Aufführungsrechte: Thomas Sessler Verlag Wien
Eine Produktion der Komödie im Bayerischen Hof München
Direktion: Prof. Thomas Pekny | Veronika Freitag


Fotos: Jutta Speidel © Barbara Volkmer | August Schmölzer © Manfred Weiss

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