2. Stück

Theater am Kurfürstendamm

Die Glasmenagerie

Dienstag, 16.01.2018, 20 Uhr

Schauspiel von Tennessee Williams
Deutsch von Jörn van Dyck
mit Anna Thalbach, Nellie Thalbach u. a.


Bild "1479826845_die_glasmenagerie_2_c_moritzthau_wwwfotomotorde_bearbeitung_michaelpetersohnwwwpolarizedde.jpg"Amerika in den 1930er-Jahren: Es ist die Zeit der Großen Depression. Amanda Wingfield lebt mit ihren beiden erwachsenen Kindern Tom und Laura in einer kleinen Wohnung in St. Louis. Seit dem Verschwinden des Vaters sind die drei ganz auf sich allein gestellt – zurückgeblieben sind nur sein Foto und ein Grammophon. Der Tristesse des ärmlichen Alltags entflieht jedes Familienmitglied auf seine ganz eigene traumwandlerische Art und Weise: Mutter Amanda schwärmt von ihrer Jugend und einer verlorenen Zeit, in der sie gesellschaftlich anerkannt war. Sohn Tom arbeitet in einer Lagerhalle, verbringt aber jede freie Minute im Kino und schreibt heimlich Gedichte. Tochter Laura, die so schüchtern ist, dass sie sich kaum vor die Tür traut, widmet sich ganz ihrer Sammlung zerbrechlicher Glastiere – ihrer Bild "1479826991_dieglasmenagerie_nelliethalbach_c_barbarabraun.jpg"Glasmenagerie, die sie ihr eigenes Leben vergessen lässt.
Mit Jim O ́Connor, Toms Arbeitskollegen, zieht die Realität in das Leben der Familie ein. Für Mutter Amanda wäre er der ideale Heiratskandidat für Laura, doch nach anfänglicher Annäherung der beiden zerbricht nicht nur eines von Lauras geliebten Glastierchen, sondern auch der Traum, dass alles möglich gewesen wäre ...
Katharina Thalbach inszeniert dieses weltberühmteTheaterstück von Tennessee Williams mit ihrer Tochter Anna und ihrer Enkelin Nellie in den Hauptrollen.

Viten:
Anna Thalbach - Amanda Wingfield
... hat das Versprechen voll erfüllt, das der Max-Ophüls-Preis als beste Nachwuchsdarstellerin in „Zärtliche Erpresserin“ 1993 gab. Für den „Tatort: Kindstod“ folgte 2001 der Deutsche Fernsehpreis. Zu ihren Kinohighlights gehören u.a. „Der Untergang“, „Esperanza“, „Edelweißpiraten“, „Maria an Callas“, „Darum“, „Justiz“, „Burning Life“ und „Der Baader-Meinhof-Komplex“. Im Fernsehen überzeugte sie u.a. in „Gefährliche Freundin“, „Lonny, der Aufsteiger“, „Der Pirat“, „Liebesau“ und „Harte Brötchen“ sowie in der ZDF-Serie „Alles über Anna“ (2006). Auf der Bühne glänzte sie u.a. als Nina in Tschechows „Die Möwe“ am Berliner Maxim Gorki Theater sowie in „Wie es euch gefällt“, „Heartcore“, „Monsieur Verdoux“ und „Mutter Courage“, um nur einige zu nennen.
Sehr erfolgreich spricht sie auch Hörbücher. Für „Paint It Black“ erhielt sie den Deutschen Hörbuchpreis als beste Interpretin. 2011 war Anna Thalbach neben Keira Knightley und Viggo Mortensen in David Cronenbergs John Kerr-Verfilmung „A Dangerous Method“ zu sehen.
Außerdem spielte sie in der Kino-Komödie „Sex ist auch keine Lösung“. Gemeinsam mit ihrer Mutter Katharina Thalbach war sie Anfang 2012 in dem Doku-Drama „Friedrich – Ein deutscher König“ und in „Sams im Glück“ im Kino zu sehen. Zudem lieh sie ihre Stimme dem kleinen Dachs in „Der kleine Rabe Socke 1 und 2“ sowie dem Gespenst in „Das kleine Gespenst“.
Zuletzt spielte Anna Thalbach unter der Regie von Katharina Thalbach den Puck in „A Midsummer Night’s Dream“ am Grand Théâtre de Genève.

Nellie Thalbach - Laura Wingfield
... wurde 1995 in Berlin geboren. Ihr Theaterdebüt gab sie bereits 2002 im Berliner Maxim Gorki Theater als kleine Polly in „Die Dreigroschenoper“. Außerdem wirkte sie bei zwei Hörbuchproduktionen mit. 2005 stand sie an der Seite von ihrer Mutter und Götz George in „Maria an Callas“ zum ersten Mal vor der Kamera. 2014 spielte sie in dem Hochschulfilm „BEEKE“ ihre erste Hauptrolle.
Sie hat die Schule an einem Internat in Niedersachsen beendet und war sechs Monate auf See.
Ihr Debüt im Familienbetrieb Thalbach/Besson gab sie in „Roter Hahn im Biberpelz“, gefolgt von „Der Raub der Sabinerinnen“, mit dem sie auch auf Tournee war.

Katharina Thalbach - Regie
... wurde in Berlin als Tochter der Schauspielerin Sabine Thalbach und des Regisseurs Benno Besson geboren; ihre Bühnenlaufbahn, die sie im Alter von 13 Jahren als Meisterschülerin von Helene Weigel am Berliner Ensemble begann und die schon bald einen sehr erfolgreichen Verlauf nahm (u.a. mit einer viel beachteten Darstellung der Polly in „Die Dreigroschenoper“ am Berliner Ensemble), führte sie Anfang der 70er-Jahre an die Berliner Volksbühne, ab 1976 – nach ihrer Ausreise aus der DDR – u.a. an das Schiller Theater Berlin, die Städtischen Bühnen Köln, das Schauspielhaus Zürich und an das Théâtre de Chaillot, Paris (als Mutter Courage, Regie: Jérôme Savary).
Einem breiten Publikum wurde sie schon früh durch ihre Mitwirkung in namhaften Filmproduktionen (u.a. „Lotte in Weimar“, „Die Blechtrommel“, „Engel aus Eisen“ und „Domino“) bekannt. Ihr Regiedebüt gab sie 1987 mit Shakespeares „Macbeth“ in der Werkstatt des Schiller Theaters; viele Regiearbeiten folgten seitdem (u.a. am Thalia Theater Hamburg „Mann ist Mann“
und „Die Dreigroschenoper“, am Berliner Schiller Theater u.a. „Minna von Barnhelm“, „Romeo und Julia“ und „Wie es euch gefällt“, am Maxim Gorki Theater Berlin u.a. „Der Hauptmann von Köpenick“, „Don Juan“ und „Romeo und Julia“, an der Deutschen Oper Berlin „Das schlaue Füchslein“ von Leoš Janáček, an der Oper Köln „Salome“ von Richard Strauss). Mit Regisseur Uwe Eric Laufenberg arbeitete sie am Maxim Gorki Theater Berlin zusammen und stand dort u.a. als Frau John in Gerhart Hauptmanns „Die Ratten“ und als Shen Te/Shui Ta in Bertolt Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ auf der Bühne. 2006 war Katharina Thalbach in der Titelrolle von Theodor Fontanes „Frau Jenny Treibel“ in einer Aufführung des Hans Otto Theaters Potsdam zu sehen. Seit 2008 ist sie regelmäßig mit Andreja Schneider in „Zwei auf einer Bank“ zu erleben.
Neben ihren vielen Theaterrollen ist Katharina Thalbach auch regelmäßig in Fernsehproduktionen und auf der Leinwand zu sehen. Dem Kinopublikum ist sie vor allem bekannt aus Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“, „Sonnenallee“ von Leander Haußmann, Detlev Bucks „Hände weg von Mississippi“ oder „Du bist nicht allein“ von Bernd Böhlich. Auf dem Bildschirm war sie in „Der Hauptmann von Köpenick“ (Regie: Frank Beyer), der „Pommery“-Reihe von Manfred Stelzer (2002, 2004, 2005), „Die Manns – ein Jahrhundertroman“ von Heinrich Breloer sowie in Jo Baiers hochgelobter Verfilmung der Kindheitserinnerungen von Michael Degen, „Nicht alle waren Mörder“, zu sehen. 2011 spielte sie im Doku-Drama „Friedrich – Ein deutscher König“ den legendären Preußen-König Friedrich II., in der Politsatire „Der Minister“ über die Guttenberg-Plagiatsaffäre stellte sie die Bundeskanzlerin dar, eine Rolle, für die sie 2013 mit dem Deutschen Fernsehpreis der Fernsehakademie als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde. Ein Jahr später überzeugte sie als Filialleiterin in „Die Schlickerfrauen“.
Katharina Thalbach wurde in ihrer Laufbahn mehrfach ausgezeichnet. 1980 wählte sie das Fachmagazin „Theater heute“ zur Schauspielerin des Jahres. 1987 erhielt sie für ihre Rolle in Doris Dörries Kinofilm „Paradies“ den Deutschen Filmpreis als beste Darstellerin. 1991 kam der Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste Berlin hinzu, 1997 der Adolf-Grimme-Preis für den Fernsehfilm „Gefährliche Freundin“. Weitere Auszeichnungen, mit denen ihre Leistung geehrt wurde, sind der Bayerische Filmpreis 2006 für „Strajk“ sowie der Verdienstorden des Landes Berlin. Katharina Thalbach ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und seit 1995 Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg und Berlin. Für „Hanni & Nanni 2“ wurde sie 2012 mit dem Goldenen Spatz als beste Schauspielerin ausgezeichnet. 2014 erhielt Katharina Thalbach den Sonderpreis des deutschen Hörbuchpreises für ihr Lebenswerk. Zu ihren letzten Inszenierungen gehörten Johann Strauss‘ „Die Fledermaus“ am Theater Erfurt (2010) und am Teatro Nacional de São Carlos in Lissabon (2010), Edmond Rostands „Cyrano de Bergerac“ am Schauspielhaus Bochum (2011), „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ an der Oper Köln (2011) sowie Bertolt Brechts „Im Dickicht der Städte“ (2010), „Was ihr wollt“ (2012), „Amphitryon“ (2014) am Berliner Ensemble sowie zuletzt Benjamin Brittens „A Midsummer Night’s Dream“ am Grand Théâtre de Genève. In der Komödie am Kurfürstendamm spielte und inszenierte sie bereits „Ernst – und seine tiefere Bedeutung“, „Wie es euch gefällt“, „Der Raub der Sabinerinnen“ und spielte zuletzt unter Regie ihres Halbbruders Philippe Besson in „Roter Hahn im Biberpelz.“

Tennessee Williams - Autor
... wurde 1911 als Thomas Lanier Williams in Columbus, Mississippi, geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Sein Vater war Handlungsreisender für Schuhe und deswegen häufig unterwegs. Er hatte ein Alkoholproblem und zahlreiche Affären. Als Kind besuchte Williams häufig seine Großeltern in Tennessee. So kam es, dass er den dort verbreiteten Akzent übernahm, weswegen seine Freunde ihm später den Spitznamen „Tennessee“ gaben. Bereits als 19-Jähriger veröffentlichte er sein erstes Theaterstück. Er studierte Publizistik und Theaterwissenschaft, brach jedoch sein Studium ab und verdiente seinen Lebensunterhalt als Arbeiter in einer Schuhfabrik. Dann versuchte er sein Glück als Drehbuchautor in Hollywood, blieb aber erfolglos und ging daraufhin nach New York, wo er Kurse für junge Dramatiker besuchte. Einer seiner Lehrer war Erwin Piscator. Seine Arbeit „Battle of Angels“, die er 1940 herausbrachte, war ein Flop, von dem er sich nur schwer erholte. Er litt unter Geldsorgen, war depressiv, nahm Drogen und trank zu viel. Der große Durchbruch kam 1944 mit „Die Glasmenagerie“. Wie alle seine Arbeiten ist auch diese
autobiographisch geprägt: Die Figur der Laura ist von seiner Schwester Rose, die psychisch krank war, inspiriert. Die Mutter, Amanda, trägt Züge seiner eigenen Mutter, die aus einer wohlhabenden Südstaatenfamilie stammte und unter der Unstetigkeit ihres Mannes sowie unter den bescheidenen Verhältnissen, in denen sie mit ihren Kindern leben musste, litt. 1947 veröffentlichte Williams „Endstation Sehnsucht“ und bekam dafür den Pulitzer-Preis. Es folgte „Die tätowierte Rose“, ein Stück, das er seinem Lebensgefährten Frank Merlo widmete und für das er mit einem Tony Award geehrt wurde. Sein größter Erfolg wurde das Südstaaten-Drama „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ (1955). Auch dafür bekam Williams den Pulitzer-Preis. Wie viele seiner Dramen wurde auch dieses verfilmt. Williams starb 1983 unter ungeklärten Umständen.

Pressezitate:
„Thalbach nimmt „Die Glasmenagerie“ so zart und fürsorglich in die Hand, wie es sich für die kleinen gläsernen Tiere gehört ... mit ihrer leichten, trotz aller Melancholie und Tristesse immer wieder heiter aufgelockerten Erzählweise macht es Katharina Thalbach durchsichtig für den Schmerz und offen für die Verzweiflung.“ (Berliner Zeitung)
„ ... zwei Stunden Theaterverzauberung mit bittersüßem Seufzer.“ (B.Z.)
„Dass Anna und Nellie Thalbach in den Rollen von Amanda und Laura auch im wahren Leben Mutter und Tochter sind, macht ihre Beziehung in dieser Tristesse der zersplitternden Träume fraglos, zusätzlich anrührend.“ (Berliner Morgenpost)
„Anna Thalbach spielt diese Amanda mit immenser Energie, rauchiger Stimme und hier und da einem erholsamen Hang zum Komödiantischen. ... [Nellie] Thalbach zeigt die stumme Verzweiflung ihrer Figur mit solch zarter Hingabe, dass nie ganz klar wird, ob wirklich die arme Laura verrückt ist – oder nicht eher die Welt um sie herum.“ (Tagesspiegel)
„ ... Verve, Witz und viel Poesie. Es ist berührend, wie hier im Kerzenschein hinter der Komik heimtückisch die Einsamkeit und Melancholie lauert.“ (Berliner Morgenpost)


Regie Katharina Thalbach
Bühne und Kostüm Ezio Toffolutti
Musik Emanuel Hauptmann

Mit freundlicher Genehmigung der University of the South, Sewanee, Tennessee. Aufführungsrechte: Jussenhoven & Fischer, Theater & Medien.
Foto: © Moritz Hau, Bearbeitung Michael Petersohn, Barbara Braun

Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungen in der aktuell von Ihnen ausgewählten Kategorie "Senioren-Abo" in dieser Zusammenstellung nur als Abonnement für Senioren angeboten werden. Programmänderungen vorbehalten.

Preise und Kartenreservierungen unter Telefon 0 42 21 / 1 65 65.

Layout und Realisierung: ORION-DESIGN Mediengestaltung - Theme by sbDESIGN